2017

 Stein – Zeit Skulpturen von Jo Klose

In einer Sonderausstellung im Sandsteinmuseum Bad Bentheim zeigt Jo Klose eine Auswahl von Skulpturen, die vorwiegend aus Hartstein gearbeitet sind. Die neue Ausstellung gewährt darüber hinaus einen Einblick in die Projektentwicklung seiner Skulpturen für den öffentlichen Raum mit Entwurfszeichnungen und Modellen aus den letzten Jahren.  

Als Stein – und Holzbildhauer, Maler und Graphiker ist der renommierte Künstler aus Nordhorn weit über die Region hinaus bekannt. Nach seiner Hinwendung zur Steinbildhauerei vor rund 40 Jahren hatte sich der Bildhauer zunächst mit der skulpturalen Gestaltung von Bentheimer Sandstein auseinandergesetzt, bis er 1982 bei der Bekanntschaft des namhaften dänischen Bildhauers Ole Christensen auf Bornholm mit dem Granit als Material in Berührung kam. So entstand in den neunziger Jahren neben dem Sandstein eine Werkgruppe aus Granit, Gabbro, Labrador, Diabas, Marmor und Anröchter Dolomit.

Der Bremer Kunstprofessor Jost Funke sagt zum skulpturalen Schaffen des Bildhauers: „ Jo Kloses Arbeiten vermitteln bereits auf den ersten Blick den Eindruck einer kompromisslosen Strenge, die in das bildnerische Denken des Bildhauers einweist. Klose belässt dem harten Naturmaterial seinen Eigenwert, dem er dann in einem Gestaltungsdialog seine schöpferische Umsetzung hinzufügt. Gelegentlich geht der Respekt des Künstlers vor dem gewachsenen Material auch so weit, dass er es unverändert in sein Werk integriert. Immer versteht er sich als der formende Gestalter, der sich von seinem Material zwar inspirieren aber nicht einengen lässt. Die Abstraktion, die hierbei geschieht, bleibt stets begreifbar.“

Mit der neuen Sonderausstellung bekundet Jo Klose in besonderer Weise seine Verbundenheit mit dem Sandsteinmuseum. Seit vielen Jahren bietet ihm das Bad Bentheimer Museum räumlich und thematisch ein Forum für seine Bildhauerkunst. Wie seine neue Ausstellung belegt, verwendet Jo Klose zwar unterschiedliche Materialien für seine bildhauerische Arbeit, aber der Bentheimer Sandstein ist für ihn ein Material, das ihn bis heute  immer wieder aufs Neue für seine künstlerische Gestaltung fasziniert.  Häufig setzte er ihn ein bei seiner Lehrtätigkeit an der VHS in Nordhorn. In den Jahren 1997 / 1998 zog Klose mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen seiner Seminare in den Gildehauser Steinbruch, um vor Ort mit Bentheimer Sandstein zu arbeiten.  Über zehn Jahre in Folge wurden die Arbeitsergebnisse aus seinen VHS - Seminaren im Sandsteinmuseum ausgestellt. Die Bildhauer /innen zeigten jeweils am Vortag  in einer offenen Werkstatt am Sandsteinmuseum das Arbeiten mit dem Bentheimer Sandstein. Es folgten mehrere Sommerakademien, ebenfalls im Außenbereich des Sandsteinmuseums.

Seit einigen Jahren leiten Jo und Jutta Klose die Sommerakademien für Bildhauerei am Kloster Frenswegen.  Eine große Zahl von Bildhauern und Bildhauerinnen konnte das Künstlerehepaar Klose begleiten, bis heute besuchen sie seine Akademien und Lehrgänge. Viele von ihnen zeigten ihre Arbeiten in den Sonderausstellungen des Sandsteinmuseums.

Eine große Würdigung des Bentheimer Sandstein stellt die Skulptur „Figura geologica“ dar, die Jo Klose im Jahr 2006 vor dem Sandsteinmuseum aufstellen ließ und die in ihrer souveränen und strengen Gestalt als Wächterin des „Bentheimer Goldes“ wahrgenommen wird.  Das Bildwerk „ Herrgott von Bentheim 2009“ überreichte Jo Klose  dem Sandsteinmuseum für die Dauerausstellung.

Die langjährige Zusammenarbeit mit dem Künstlerehepaar Jo und Jutta Klose erwies sich für das Sandsteinmuseum Bad Bentheim als eine große Bereicherung. Sie vermittelten anspruchsvolle Skulpturen – Ausstellungen und öffneten damit das Sandsteinmuseum für die Bildhauerkunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen.     Die neue Ausstellung „Stein – Zeit“ ist vom 18. Juni bis zum 13. August 2017 im Sandsteinmuseum Bad Bentheim zu sehen

Steine sind stumme Lehrer

Neue Ausstellung ab Sonntag, 19. März

bis 11. Juni 2017

"Steine sind stumme Lehrer, sie machen den Beobachter stumm, und das Beste, was man von ihnen lernt, ist nicht mitzuteilen“, schrieb der Dichter Johann Wolfgang von Goethe in seinem Erziehungsroman „Wilhelm Meister“. Goethe selbst konnte es nicht lassen, auf seinen Reisen der Stein gewordenen Erdgeschichte überall nachzuspüren.
  Zwei Künstlerinnen und ein Künstler beginnen die diesjährige Ausstellungsreihe im Sandsteinmuseum. Alle drei sind schon viele Jahre vom Arbeiten mit Sandstein begeistert und haben schon an mehreren Ausstellungen teilgenommen, darunter im Sandsteinmuseum und im Kloster Frenswegen.   Dorothea Lübben aus Neuenhaus arbeitete als Sparkassenangestellte und hat mit dem Eintritt in den Ruhestand für sich ein Kontrastprogramm zu Zahlen, Statistiken und Computerarbeit gefunden. Mit Fäustel und Meißel lässt sie den Alltag hinter sich und taucht ab in eine andere Welt. Es fasziniert sie die natürliche Beschaffenheit des Steins, seine Farben und Bruchkanten. Durch die jahrelange Teilnahme an den Bildhauer-Seminaren, unter der Leitung des Künstler-Ehepaares Jutta und Jo Klose, hat sie sich immer weiter entwickelt. Sie freut sich über jede neu geschaffene Skulptur.   Ruth Koch aus Nordhorn war selbständig im Bereich Buchwesen mit der Herstellung und dem Vertrieb von Literaturexkursionen beschäftigt. Dabei war es zunächst freundschaftliche Einladung, die nach ersten Arbeiten mit Ton und Speckstein schließlich eine endgültige Hinwendung zur Bildhauerei mit sich brachte. Die Teilnahme an VHS-Kursen und Sommerseminaren, mit ganz besonderem Gewinn unter der Regie des Künstlerpaars Jutta und Jo Klose, lieferte das notwendige (und nicht selten buchstäbliche) Handwerkszeug für die inzwischen ausschließliche Arbeit mit Bentheimer Sandstein, Travertin und Marmor. Seit nunmehr 20 Jahren ist Ruth Koch immer wieder fasziniert von der „Häutung des Steins“, die nicht selten während der Bearbeitung zu einer Motivvorgabe verführt. So wachsen Stein und Bearbeiter vielfach zu einer eigenen Schöpfungseinheit zusammen, weil der Stein selbst als tatsächlich „stummer Lehrer“ der Bildhauerin die Konturen vorgibt.   Hans-Dieter Clasmeier , der als Bauingenieur tätig war, wurde 2001 von seiner Frau Brigitta gefragt, was er denn gedenke mit seiner Freizeit zu machen, wenn er in 10 Jahren in den Ruhestand gehen werde. Das war ausschlaggebend, um das Nordhorner Künstlerehepaar Jutta und Jo Klose kennenzulernen. Bei ihnen lernte der Bauingenieur im Stein, den er bisher nur als Baustoff sah, eine Seele zu finden. Der Stein sagt ihm, was innen verborgen ist. Nicht immer sofort, oft erst nachdem eine grobe Schale abgeschlagen wurde. Oft kommen Rundungen zutage, vielfach auch weibliche. Aber auch geometrische Formen bringt der Stein hervor. Eine Herausforderung ist immer der menschliche Kopf, soll er aus einem alten Bruchstein und nicht aus einem Quader geformt werden. Es werden von ihm neben dem Bentheimer Sandstein gerne auch Alabaster, Marmor und harter Speckstein eingesetzt. Die ausgestellten Skulpturen sind während der Sommerakademie im Kloster Frenswegen aber auch im heimischen Atelier in Warsingsfehn/Ostfriesland entstanden. Im Alter von 71 Jahren hat Hans-Dieter Clasmeier seinen Stil gefunden, der sich ein wenig an dem des Straßburger Bildhauers und Künstlers „Hans Arp“ orientiert.

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